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| Therapie - Wirkungsweise - Arbeitstechniken |
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Der Atem umfasst den Menschen in seiner Ganzheit, da die Atmung als lebensnotwendige Grundfunktion mit allen Vorgängen im Organismus verbunden ist. Alltagsverhalten, Gedanken, Gefühle und körperliche Veränderungen wirken sich auf die Atmung aus. So kann es zu Atemstörungen kommen, die das natürliche Atempotenzial verringern können, falls sie über längere Zeit auftreten. In der Folge werden einzelne Körperregionen zu wenig angeregt und die Organe nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Energie versorgt. Es entstehen Verspannungen, Blockaden und Erschöpfungszustände im körperlichen und seelisch-geistigen Bereich, die zu Stress und körperlichen Beschwerden führen. Bei der Befunderhebung orientiert sich die Atemarbeit am Atem-, Spannungs-, Haltungs- und Bewegungsbild, an der Stimme, am Energiegeschehen und den Äusserungen der Klient/innen im Gespräch. Dabei prüfen die Atemtherapeut/innen Faktoren wie die Qualität des Atems (Atemrhythmus-, -frequenz, -volumen und -fluss, usw.), die Grundspannung der Muskulatur (Spannungsunterschiede im Körper, Atemschwingung, Haltung, Bewegungsfluss, Reaktionsfähigkeit etc.), die Qualität der Stimme als Ausdruck der Stimmorgane sowie das Energiegeschehen insgesamt (Wahrnehmungen, Gedanken, Vorstellungen, Gefühle und die allgemeine körperliche, seelische und geistige Befindlichkeit). Der Atem als die Verbindung zwischen Körperinnenraum, dem energetischen Umraum und dem spirituelle Bezug wird dabei als feinster Seismograph wahrgenommen und bildet die Grundlage für den Therapieverlauf. Gemeinsam mit den Klient/innen wird der Befund besprochen und mögliche Behandlungsschritte festgelegt. Je nach Indikation werden alsdann verschiedene Körperregionen, Muskelketten, Organsysteme und Stoffwechselvorgänge durch unterschiedlich gestaltete Bewegungen und Behandlungselemente in ihrer Funktion gestärkt. Hierzu zählen Wahrnehmungsübungen zu Energiefluss, Körper- und Atemraum, Körperumgebung und Befindlichkeit, Dehnungen, taktile Atembehandlungen auf der Haut oder über der Kleidung, Atemmeditationen, Vokalraumübungen, Tönen mit der Stimme und Musikinstrumenten und andere. Die Übungen werden in liegender, sitzender, stehender Position oder in der Bewegung ausgeführt. Dabei wird grosser Wert auf die Entwicklung und Pflege des Atembewusstseins, der Empfindungs- und Erlebnisfähigkeit sowie auf das therapeutische Gespräch gelegt. Behandlungen, Bewegungsabläufe, die vokale und nonverbale Ausdrucksarbeit sowie die beratende Gesprächsführung orientieren sich an der Zielsetzung der ganzheitlichen Entfaltung. Damit wirkt die Atemarbeit darauf hin, die natürlichen Atembewegungen und reaktionen wieder zu finden und auf diese Weise die körperlichen, seelischen und geistigen Fähigkeiten und Anlagen des Menschen zu fördern. Dadurch wird er belastungsfähiger und kann den Anforderungen im Leben leichter begegnen. Körper- und Atemtherapie kommt je nach Indikation in der Einzelsitzung oder in Gruppen zur Anwendung. Sie eignet sich sowohl für Erwachsene jeden Alters als auch für Kinder und Jugendliche. |